Inventar-Projekte

Stadtscheibe von Steckborn 1667

Inventar-Projekte

Hinweisinventar Thurgau

Das "Hinweisinventar Thurgau" ist das zentrale Nachschlagewerk zur thurgauischen Baukultur. Es erfasst seit 1972 die historischen Gebäude im Kanton und weist auf ihren Wert hin. Als historisch im Sinne des Inventars gelten alle Gebäude, die vor 1960 entstanden sind. Jedes dieser Objekte hat sein eigenes Inventarblatt bzw. seinen eigenen Datensatz, der eine Identifikation (Adresse usw.), eine Fotografie, eine Einstufung und einen Text mit Hinweisen zur Gestalt oder Baugeschichte enthält. Von grösster Bedeutung ist die so genannte Einstufung. Sie ist Ausdruck der Wertschätzung eines Bauwerks aus denkmalpflegerischer Sicht zum Zeitpunkt der Inventarisation und bildet die Grundlage für eine allfällige Unterschutzstellung.

Im Jahr 2000 konnte die Erstinventarisierung in allen Gemeinden abgeschlossen werden. Das „Hinweisinventar der alten Bauten und Ortsbilder im Kanton Thurgau“ umfasst 179 Gemeindehefte. Seither werden die alten Inventare revidiert. Im revidierten Hinweisinventar sind im Gegensatz zur ersten Ausgabe auch zwischen 1940 und 1960 entstandene Bauwerke erfasst sowie solche aus der Zeit nach 1959, vorausgesetzt sie aufweisen eine besondere architektonische Gestaltung, Konstruktion oder Nutzart auf oder sie sind Vertreter eines besonderen Bautyps. Über 35’000 Gebäude sind inzwischen inventarisiert. Auch das revidierte Hinweisinventar wurde bis vor kurzem gemeindeweise in Buchform veröffentlicht. Es unterscheidet sich vom alten Hinweisinventar durch seinen thurgau-grünen Einband.

Seit 4. August 2011 besteht zusätzlich die Möglichkeit, computergestützt auf das gesamte Gebäudeinventar über das kantonale Geodatenportal ThurGIS zuzugreifen. Die Buchproduktion wurde in der Folge eingestellt.

Alle Hinweisinventarbücher können nach wie vor in der Kantonsbibliothek, im Staatsarchiv, im Amt für Denkmalpflege oder bei den Gemeindeverwaltungen eingesehen werden. Das aktuelle und gültige Hinweisinventar ist die Internetversion auf dem ThurGIS.

Stand der Projekte

Christian Coradi

Denise Hug

Birgit Seidenfuss

Hinweisinventar auf ThurGIS (DDB)

Das Amt für Denkmalpflege erforscht seit vier Jahrzehnten die historische Baukultur des Kantons. Das derart gesammelte Wissen ist in umfangreichen Dokumentbeständen (Plan- und Fotoarchiv, Gebäude- und Künstlerdateien, Geschäfts- und Inventarisationsakten, Fachbibliothek) niedergelegt. 1991 begann man die Gebäudeinventare elektronisch zu verarbeiten. In den folgenden 15 Jahren standen verschiedene Datenbankprogramme im Einsatz. 2005 wurde mit der auf PostgreSQL/PostGIS entwickelten, webbasierten Anwendung eine integrale Lösung gefunden. Sie rückt den seit langem projektierten Datenbankausbau in greifbare Nähe. So sollen nun neben dem Hinweisinventar als Hauptanwendung weitere Ablagen elektronisch erschlossen und miteinander verknüpft werden.

Die Denkmaldatenbank umfasst drei Module, denen Sammlungen zugewiesen sind:

Gebäude: Hinweisinventar der historischen Gebäude

Personen: Künstler und Handwerker, die im Kanton tätig waren

Pläne: Gebäudepläne, Gebäudeaufnahmen

Für die Optimierung und die Erweiterung der Denkmaldatenbank besteht seit Anfang 2007 ein eigenes Projekt, das zusammen mit dem Amt für Geoinformation durchgeführt wird. In einer ersten Phase wurden im Hinblick auf die Intranetaufschaltung (per 1.4.2010) vorerst nur kleinere Anpassungen vorgenommen. Als Nächstes wurde die Datenbank am 4. August 2011 im Internet allgemein zugänglich gemacht (direkter Link). Seither wird die Datenbank schrittweise weiter optimiert und um neue Funktionen erweitert. So werden beispielsweise alle A- und B-Objekte des Schweizerischen Inventars für Kulturgüter auf der Karte mit dem Kulturgüterschutz-Symbol dargestellt (anklicken der Karte "KGS Inventar").

Christian Coradi

Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau

Die gediegene Buchreihe zur grossartigen Denkmälerlandschaft, verfasst im Auftrag der Kantonsregierung, herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. "Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau" bieten wissenschaftlich aufgearbeitet die Grundlage zum Verständnis der Baudenkmäler und ihrer Ausstattung von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert.

Die acht erschienenen Bände versammeln Erkenntnisse zur Geschichte, Funktion und Nutzung historischer Bauten und präsentieren neu entdeckte Dokumente und Fakten zur Kunstgeschichte des Thurgaus. Sie sind reich mit Fotos und Plänen illustriert. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für kunst- und kulturgeschichtlich Interessierte.

Stand der Projekte

Regine Abegg

Peter Erni

Inventar der Bauernhausforschung

Vom Wesen des Landkantons Thurgau: 1986-1996 durchforschte die Geografin Erika Tanner den Kanton nach Zeugnissen seiner einzigartigen, aber bedrohten bäuerlichen Kultur. Die Dokumentation umfasst an die 5000 Dossiers über Riegelhäuser, Scheunen, Remisen, Speicher, Keltergebäude usw. Sie steht für weitere Nachforschungen im Amt zur Verfügung. Als krönender Abschluss der wissenschaftlichen Arbeit Erika Tanners erschien 1998 der Prachtsband "Die Bauernhäuser des Kantons Thurgau". Darin sind die ländlichen Bauten und Siedlungen vom 15. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und hoher Darstellungskunst einem breiten Publikum erschlossen.

Stand der Projekte

Denise Hug

Birgit Seidenfuss

Liste der historischen Gärten und Anlagen

Manche sagen, der Thurgau sei ein einziger Garten. Die Liste historischer Gärten und Anlagen gewährt Einblicke in dieses Paradies. Sie wurde 1995-1997 von einer Arbeitsgruppe unter Leitung des Landschaftsarchitekten Walter Kradolfer erstellt. 1003 Objekte zählt diese mit Fotos und Plänen illustrierte Liste, die vom berühmten Schlosspark bis zum schlichten Bauerngarten reicht.

Stand der Projekte

Denise Hug

Birgit Seidenfuss 

Bahnhofinventar

Bahnhöfe sind eine besonders beachtenswerte und akut bedrohte Gebäudekategorie. Deshalb schenkt ihnen das Amt für Denkmalpflege im Thurgau besondere Aufmerksamkeit und fasst die Bahnlinien in separaten Inventaren zusammen.

Stand der Projekte

Denise Hug

Birgit Seidenfuss 

Inventar der kirchlichen Kunst

Nach zehn Jahren der Inventarisierungstätigkeit hat 1999 jede evangelische und jede katholische Kirchgemeinde im Kanton Thurgau in Buchform das Inventar ihrer mobilen Kulturgüter erhalten. Mit Abbildung und Text sind Abendmahlsgeräte, liturgische Geräte für den katholischen Gottesdienst, Textilien, Altäre, Bilder, Statuen, Mobiliar, Glasmalerei und Epitaphe jeder Kirchgemeinde aufgeführt. Von Spezialisten ihres Fachs wurden auch die Inventare der Glocken und Orgeln erfasst. Sie sind als zusätzliche Kapitel in die Inventarbände eingefügt. Dank dieser Inventare, die den Kirchgemeinden den Überblick über ihr kulturelles Erbe vermitteln, sind in der Zwischenzeit sogar immer wieder weitere Kunstgegenstände gefunden worden.

Die Inventare der katholischen Kirchgemeinden werden in regelmässigen Abständen revidiert, die Objekte auf ihren Zustand überprüft. Neu angeschaffte und aufgefundene Objekte werden als Nachträge mit Foto und Text aufgenommen.

Die Inventarisatorin der kirchlichen Kunst berät die Kirchgemeinden in allen Fragen der Aufbewahrung, Pflege, Konservierung und Restaurierung von kirchlichen Kunst- und Kultgegenständen.

Stand der Projekte

Betty Sonnberger
Bestandesaufnahme Ensembles im Thurgau (BETG)

Historisch gewachsene Siedlungen, Siedlungsteile und Baugruppen sind ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft des Thurgaus. Um ihre Zukunftsaussichten zu verbessern, entwickelt und erarbeitet das Amt für Denkmalpflege eine Bestandesaufnahme bzw. ein Planungsinstrument, worin erhaltenswerte Ensembles als Flächenobjekte umschrieben werden. Die BETG erweitert die Informationsgrundlagen und erleichtert dadurch den Planungs- und Entscheidungsprozess.

Bestandesaufnahmen werden in Gemeinden gemacht, die dieses Instrument möchten und sich mit 25% an den externen Kosten beteiligen. Die Arbeiten werden an eine erfahrene Firma vergeben und vom Amt für Denkmalpflege koordiniert. Jede Bestandesaufnahme wird in der kantonalen GIS-Plattform ThurGIS aufgeschaltet und ist daher allgemein zugänglich (http://geo.tg.ch/betg).

Stand der Projekte

Christian Coradi
Farbkarte Thurgau

Der Kanton Thurgau kann auf eine reiche und lang überlieferte Farbkultur zurückschauen, die massgeblich zur Identität und zu den Qualitäten des Lebensraums Thurgau beiträgt. Heute sind die Thurgauer Siedlungen jedoch einem beschleunigten Wandel ausgesetzt. Farbspezifische Entscheidungsgrundlagen werden daher in der Architektur und in der Siedlungsplanung immer wichtiger. Aufgrund einer anwendungsorientierten Studie sollen Grundlagen und Arbeitsinstrumente bereitgestellt werden, die den sorgfältigen und qualitätvollen Umgang mit Farben und Materialien unterstützen sollen. Zu diesem Zweck werden fünf für den Kanton charakteristische Siedlungstypen exemplarisch untersucht: Steckborn, Lustdorf, Zihlschlacht, Ottenberg, Münchwilen.

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden im Herbst 2013 in der Reihe «Denkmalpflege im Thurgau» veröffentlicht. Mit einer eigens dafür konzipierten Wanderausstellung wird das Thema seither auch einem breiteren Publikum präsentiert. Den aktuellen Ausstellungsort finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Stand der Projekte

Christian Coradi
Ortsbildinventar nach ISOS

Im Kanton Thurgau liegen 66 Ortsbilder von nationaler Bedeutung aus dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS; http://www.isos.ch/). Die Inventarrevision wurde 2008 abgeschlossen und erschien als dreibändige Buchausgabe. Die Ortsbilder sind Teil des Kantonalen Richtplans. Über die Rechtswirkung informieren die vom Bund herausgegebene „Empfehlung zur Berücksichtigung der Bundesinventare nach Artikel 5 NHG in der Richt- und Nutzungsplanung“.
Um das Inventar in eine zeitgemässe Form zu bringen, hat der Kanton Thurgau in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kultur die Ortsbilder georeferenziert und eine Applikation dafür entwickelt. Seit 20. April 2015 ist das Inventar unter dem Namen „Ortsbildinventar nach ISOS“ auf der kantonalen GIS-Plattform ThurGIS (http://geo.tg.ch/ortsbildinventar) öffentlich einsehbar.
Die GIS-Version ist zwar inhaltsgleich, doch wegen einigen darstellerischen Abweichun-gen bleibt die Buchversion (gedruckt oder als PDF-Datei bei jedem Ortsbilddatensatz abrufbar) allein gültig. Das Ortsbildinventar nach ISOS ist trotz dieser Einschränkung ein wertvolles Arbeitsinstrument bei der Bearbeitung von Baugesuchen und Planungsgeschäften. Zudem bietet es für alle Interessierten reichhaltige Informationen und viele Fotos.

Stand der Projekte

Christian Coradi